Vorbeugung

Vorbeugung

Vorbeugend wird Physiotherapie eingesetzt, wenn rassebedingt oder aufgrund der Verwendung des Hundes als Sport- oder Gebrauchshund ein Risiko besteht, dass der Hund physiologisch oder neurologisch erkranken könnte.

Sport- und Arbeitshunde sind oft extremen Belastungen an bestimmten Körperregionen ausgesetzt. So wirken z.B. bei Jagdhunden während der Arbeit enorme Kräfte auf Muskeln und Knochen. Das kann schnell zu Sehnen- oder Bänderrissen, Muskelproblemen und/oder Knochen- oder Gelenkverletzungen führen. Hier sind – wie bei einem Leistungssportler - Lockerungsmassagen und gezielte Muskelaufbauübungen zur Unterstützung des hoch beanspruchten Bewegungsapparates sinnvoll.

Rettungshunde, die z.B. Verschüttete in Lawinen aufspüren, haben aufgrund des unwegsamen Geländes und der Art des Aufspürens häufig arge Probleme an den Vordergliedmaßen. Auch hier ist Physiotherapie angebracht, um Überanstrengungen, Arthrosen und Verletzungen möglichst zu verhindern.

Koordinations- und Konditionsübungen schulen die Sport- und Gebrauchshunde und helfen beim gezielten Muskelaufbau und beim Erlernen komplexer Bewegungsabläufe.

Eine große Gruppe von Hunden, die vorbeugend Physiotherapie erhalten sollten, sind durch spezielle (Über-)Züchtungen entstandene Rassehunde bzw. Mischlinge solcher Rassen. Durch sogenannte Modezüchtungen sind Tiere entstanden, die aufgrund ihres Körperbaus besonders anfällig für bestimmte physiologische und neurologische Erkrankungen sind. Als nicht abschließendes Beispiel seien hier Bulldoggen, Schäferhunde, Berner Sennenhunde, Retriever (Golden oder Labrador) sowie extrem große und extrem kleine Rassen genannt.

Auch Hunde, die rassebedingt sehr nervös oder sensibel sind (z.B. Dobermann, Rhodesian Ridgeback) oder einen hohen Muskeltonus aufweisen (z.B. Terrier), sollten vorbeugend physiotherapeutische Massagen erhalten, die durch die erreichte Entspannung des Hundes bestimmte Krankheiten und Verhaltensstörungen verhindern können.